Kolumne

Warum der Lockerbie-Bomber in seiner Heimat sterben darf

Außenpolitik


Raimund Löw
Falter & Meinung | aus FALTER 35/09 vom 26.08.2009

Menschliches Mitgefühl gegenüber einem todkranken Terroristen, das klingt wie ein Argument aus einer anderen Zeit. Unbeirrt vom Sturm der Entrüstung beruft sich der schottische Justizminister auf die humanitäre Tradition seines Landes, um die frühzeitige Entlassung des einzigen verurteilten Lockerbie-Bombers, Abdelbaset al-Megrahi, nach nur acht Jahren Gefängnis zu rechtfertigen. 270 Opfer waren 1988 bei der Sprengung des Pan-Am-Jumbojets ums Leben gekommen. Elf Tage Gefängnis pro getötetem Passagier, ist das Ihre Vorstellung von Gerechtigkeit, fragt der hartnäckige BBC-Reporter den schottischen Minister.

Stunden später, beim triumphalen Empfang des einstigen Sicherheitschefs der libyschen Fluglinie in Tripolis, ist klar, dass es um viel mehr geht als menschlichen Strafvollzug. In einem Monat feiert Libyen 40 Jahre Gaddafi. Der zum Patriarchen mutierte Revolutionsführer, der seinen Frieden mit den Mächtigen gemacht hat und sein Land wie einen Familienbetrieb führt, fühlt sich

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