Am Apparat

Telefonkolumne

Politik | aus FALTER 35/09 vom 26.08.2009

Wie kam es zur JVP-Massenschlägerei, Herr Elsenhuber?

Ausgerechnet die Junge ÖVP sorgte am Wochenende mit einer „x-treme-Party“ für Schlagzeilen. Die Polizei berichtet von Alkoholexzessen und einer Massenschlägerei, die Rettung musste acht Einsätze fahren. Veranstalter Toni Elsenhuber bestreitet das. Zu Redaktionsschluss war unklar, wie viele Personen bei der Schlägerei tatsächlich verletzt wurden.

Herr Elsenhuber, wie konnte die Party der Jungen ÖVP derart ausarten?

Es ist nicht ausgeartet. Es hat eine Rauferei gegeben. Es waren zwei verfeindete jugendliche Gruppen da, die sich gegenseitig aufgestachelt haben.

Die Polizei berichtet aber von einer Massenschlägerei. Wer hat nun Recht?

Wenn es diese Massenschlägerei gegeben hat, wo sind dann all die Verletzten? Rufen Sie an in den Krankenhäusern! An acht Rettungen kann ich mich nicht erinnern.

Das heißt, Sie bestreiten, dass die Rettung acht Einsätze gefahren hat?

Nein. Ich sage: Ich weiß es nicht. Aber sollten es nur drei Verletzte gewesen sein, von denen wir auch wissen, wäre die Version der Massenschlägerei wohl nicht glaubwürdig.

War ihre „x-treme Party“ auch eine sogenannte Flatrate-Party, auf der Alkohol für sehr wenig Geld ausgeschenkt wird?

Nein. Wir hatten normale Preise. Das große Bier hat drei Euro gekostet.

Waren Sie überrascht, dass der Vorfall so hohe Wellen geschlagen hat?

Natürlich waren wir überrascht. Aber ich glaube, wir sind mit der Situation sehr gut umgegangen. Wir haben heute noch eine interne Besprechung, werden aber auch den Kontakt zur Polizei noch einmal suchen.

War für die mediale Aufmerksamkeit auch ausschlaggebend, dass es sich um ein Fest der Jungen ÖVP gehandelt hat?

Sind wir uns ehrlich: Wenn das auf einem Feuerwehrfest passiert wäre, würde niemand darüber schreiben.

Und wäre es ein Fest der Sozialistischen Jugend gewesen?

Kann ich nicht sagen, weil die Jungen Sozialisten so etwas nicht veranstalten.

Interview: Martin Gantner


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