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Pressekolumne

Medien | Martin Gantner | aus FALTER 35/09 vom 26.08.2009

Irgendwas ist immer, sagte einer meiner Bekannten unlängst völlig entnervt: Killerviren und Killergelsen greifen an, ein Babyface wird erschossen und ein 71-jähriger Tyrann in Unterhosen bringt in Deutschland drei Personen um. Ein paar Seiten weiter hinten sind Tschetschenen meistens Täter und Banden vornehmlich aus dem Osten. Wenig überraschend nehmen Einbruchsdelikte zu, die Preise für Füllfedern steigen und die Mieten explodieren. „Es reicht“, sagte mein Bekannter. Er wird künftig auf dem Weg zur Arbeit Heute und Österreich nicht mehr lesen. Denn immer öfter habe er schon kurz nach dem Aufstehen das Bedürfnis verspürt, sich wieder hinzulegen und einfach nur zu schlafen. Ohnedies keine schlechte Idee, meint er: Zuhause sitzend zahle sich die hohe Miete aus, man bleibe von Gelsen verschont und könne Einbrechern aus dem Osten gleich selbst die Tür aufmachen. „Vor allem aber“, meinte er, „wäre ich nicht jeden Morgen von Neuem gezwungen, hinter mir, neben mir und vor mir aufgeschlagene Unter-gangsszenarien zu lesen.“


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