Pflicht und Neigung unter Hochdruck

Feuilleton | aus FALTER 35/09 vom 26.08.2009

Kathryn Bigelows „The Hurt Locker“ ist der stärkste Actionfilm des Sommers und bisher beste Irakkriegsfilm

Filmkritik: Joachim Schätz

Was ist die beste Methode, eine Bombe zu entschärfen?“, will ein gönnerhafter Vorgesetzter von Staff Sergeant Will James (charismatisch: Jeremy Renner), dem besten Bombenknacker der Kompanie, wissen. Dessen einleuchtende Antwort – „die, bei der man nicht stirbt“ – bringt zweierlei auf den Punkt: die unmittelbare Lebensgefahr, der die Bombenentschärfer-Einheiten der US-Armee in Bagdad oder Kabul Tag für Tag ausgesetzt sind, und ein bestimmtes Arbeitsethos, das sich aus dieser Exponiertheit ableitet.

Eben hat James in einem Hinterhof in Bagdad eine besonders vertrackte Bombe unschädlich gemacht und dabei das vorschriftsmäßige Prozedere großzügig außer Acht gelassen. Wegen seines Wagemuts nennt man ihn einen wild man, und was sich bei Ranghöheren wie eine Auszeichnung anhört, bedeutet für James’ umsichtigere Teamkollegen Sanborn (Anthony

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