Stadtrand

Urbanismuskolumne

Stadtleben | Joseph Gepp | aus FALTER 35/09 vom 26.08.2009

Nebulose Wiener Großveranstaltungen

Ungefähr jedes halbe Jahr finden in Wien Großveranstaltungen statt, deren Zweck niemand wirklich versteht. Dann karrt ein prominenter Hedgefonds prominente Menschen in die Stadt, lässt sie im Hotel Imperial absteigen, sorgt für jede Menge mediale Aufmerksamkeit. Und doch bleiben die Veranstaltungen merkwürdig schemenhaft, weil sie so plötzlich daherkommen und so wenig in den sonstigen gesellschaftlichen Kosmos dieser Stadt passen. Erinnern Sie sich etwa noch an den „Women’s World Award“ im März, zu dem sogar die jordanische Königin kam? Oder an jene bizarre Veranstaltung in Zwentendorf vor einigen Wochen, die irgendwie Michael Jackson gewidmet war und irgendwie auch nicht? Jedenfalls sah die regennasse Prominenz vor der regennassen Stahlbetonmauer des Kraftwerks ziemlich abstrus aus. Jetzt soll außerdem – um diese Reihe fortzusetzen – ein Gedenkkonzert für Michael Jackson in Schönbrunn stattfinden. Das Line-up kennt im Gegensatz zu den Ticketpreisen noch niemand. Wien, Stadt der merkwürdig nebulosen Großveranstaltungen.


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