„Ave“ statt „Heil Hitler“

Stadtleben | aus FALTER 35/09 vom 26.08.2009

Alfred Proksch nahm als Leichtathlet an Olympia 1936 in Berlin teil

Interview: Gerd Millmann

Die Welt redet von Usain Bolt, der Falter spricht mit Alfred Proksch. Der heute 100-Jährige nahm an den Olympischen Sommerspielen 1936 im nationalsozialistischen Berlin teil. Die Spiele wurden als totalitäres Propagandaereignis inszeniert. Das Stadion und umliegende Gebäude existieren heute noch, gemeinsam mit dem Ablauf der Spiele bildeten sie ein Schaubeispiel, wie Sport für politische Zwecke missbraucht werden kann. Ein Gespräch über Vergangenes und Gegenwärtiges.

Falter: Herr Proksch, die Leichtathleten haben bei der WM letzte Woche in Berlin im selben Stadion um Medaillen gekämpft wie Sie 1936 bei Olympia in Berlin. Was hat sich seither geändert?

Alfred Proksch: Deutschland war eine Diktatur, Berlin wurde anlässlich unseres Aufenthalts oberflächlich verschönt. Das ist der größte Unterschied. Beim Einmarsch der Nationen im Olympiastadion war damals „Austria“ ganz vorne. Da sind


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