Kochen nach der Krise

Stadtleben | aus FALTER 35/09 vom 26.08.2009

Jetzt, wo es ans Zahlen der Schulden geht, kochen wir gut und billig

Gerichtsbericht: Werner Meisinger

Einige der kürzlich verarmten Geldspielinstitute melden wieder Milliardengewinne, andere können Millionenprämien an ihre Anlegeakrobaten zahlen. Krise war gestern, weil alle tüchtig geholfen haben. Die Steuerzahler haben Milliarden zugeschossen, der Autor dieser Zeilen hat in den kargsten Zeiten zum Genuss von Hummer, Champagner und Blattgold aufgerufen und damit zur Konjunkturbelebung und Rettung der Welt beigetragen. Jetzt stehen die Steuerzahler und der Autor mit leeren Taschen da – keine Angst, das Geld ist nicht weg, es haben nur die Banken. Also billige Rezepte. Ganz billige.

Ein vom Wareneinsatz äußerst günstiges Gericht erlebte ich vor Jahren in einem der teuersten Restaurants Österreichs, auf Schloss Prielau, es kochte Jörg Wörther. Im milden Nachmittagslicht empfingen wir aus des Meisters Händen Paradeissuppe. Flächendeckend rot wie Paradeis, kein Kaviarhäufelchen


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