Wenn nichts mehr geht

Steiermark | aus FALTER 35/09 vom 26.08.2009

Arbeitslosigkeit, Delogierung, Armut: Die Wirtschaft freut sich über zartes Wachstum, am Arbeitsmarkt ist die Krise voll angekommen. Bei Hermann S. zum Beispiel

Bericht: Anna Wieder

Hermann S.* könnte viele Geschichten erzählen. Darüber, wie er als Schweißer in den Siebzigern die Hochkonjunktur der obersteirischen Industrie miterlebte. Oder von den drei Jahren, die er während des Golfkriegs für die VÖEST in Saudi-Arabien arbeitete. Auch in Norwegen und Belgien war der Mann mit den langen, feinen Haaren und dem Schnauzer „auf Montage“, hat stets viel gearbeitet – bis zu dreißig Überstunden pro Woche – und dementsprechend gut verdient.

Dann kam die Krise. Seit Winter 2008 standen nur mehr kurze Anstellungen bei Leihfirmen auf dem Arbeitsplan. „Das ist nix. Da gibt es kein Bewerbungsgespräch, die wollen nicht mal deinen Lebenslauf sehen“, klagt S. Hinzu kamen persönliche Probleme: Seine Lebensgefährtin hatte in seiner Abwesenheit das Geld für die Monatsmieten verspielt.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige