Fragen Sie Frau Andrea

Schmauch auf dem Wasser

Kolumnen | aus FALTER 35/09 vom 26.08.2009

Andrea Maria Dusl beantwortet knifflige Fragen der Leserschaft

Liebe Frau Andrea,

mein Freund und ich streiten regelmäßig über den ORF-Clip mit dem Showheini, der an der Seite von Rainer Schönfelder das Intro von „Smoke on the Water“ spielt. Ich behaupte, er spielt es völlig falsch.

Bitte um Erlösung, Pamela Theuerdank, per Elektropost

Liebe Pamela,

das berühmteste Riff aller Zeiten wurde im Dezember 1971 von Ritchie Blackmore, dem Gitarristen der englischen Rockgruppe Deep Purple, mit einem fahrbaren Aufnahmestudio der Rolling Stones eingespielt – im legendären „Pavillon“ in Montreux am Genfer See. Die Vocals und der Rest des Albums wurden in den Gängen und Treppenhäusern des leerstehenden Grandhotels aufgenommen.

Die beiden Locations dienten als Ausweichquartiere, nachdem das ursprünglich angemietete Casino während eines Zappa-Konzerts von der Leuchtpistole eines Schweizer Fans abgefackelt worden war.

Der Arbeitstitel für die epochale Tonfolge war „Title nº1“, nach anderen Quellen schlicht „Drrr Drrr Drrr“. Die Inspiration dazu will Ritchie Blackmore vom Anfangsmotiv in Beethovens Fünfter bekommen haben.

Eduard „Eddie“ Luis, Multiinstrumentalist und ORF-Interpret von „Smoke on the Water“ in der Sendung „Die Great Hadern Show“, spielt das Riff wie Millionen andere Möchtegern-Blackmores – mit großem Feuer, aber völlig falsch. Wie Ritchie Blackmore letztens sogar CNN-Anchorman Richard Quest offenbaren musste, besteht das Smoke-Intro nicht aus gestrummten Akkorden, sondern aus einer Folge von Quarten, die mit Daumen und Zeigefinger angerissen werden: TAB-lesenden Shreddern sind sie als 55 on AD, 33 on DG, 55 on DG und 66 on DG bekannt. Die Fachwelt ist sich nicht einig, ob der Halbton-Übergang zwischen Db5 und C5 im zweiten Takt abgestoppt oder glissandiert intoniert wird. Die Proponenten der ersten Version wurden mit dem Originalalbum „Machine Head“ und dem Klang einer marshallverstärkten Gibson ES-335 sozialisiert, die der zweiten Version mit dem Purple-Live-Album „Made in Japan“ und Blackmores Fender Stratocaster. Der Text des Songs bezieht sich auf den legendären Brand des Casinos am 4. Dezember 1971. Der Titel „Smoke on the Water“ soll Bassist Roger Glover im Traum gekommen sein.


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