Nachrichten aus dem Inneren

Die Redaktion erklärt sich selbst

Falter & Meinung | Armin Thurnher | aus FALTER 36/09 vom 02.09.2009

Höchste Zeit, einen Blick in das Innere jenes Mannes zu werfen, der uns an dieser Stelle mit Blicken in die Feng-Shui-Ecke und andere finstere Winkel innerhalb und außerhalb unserer redaktionellen Schweinsseelen erfreut. Auch wenn er selbst das vehement bestreiten würde – jetzt, da er auf Urlaub ist, kann man es ja sagen: Klaus Nüchtern hat ein Inneres. Macht er Urlaub, liegt es den Zurückgebliebenen von Tag zu Tag offener da. Dieses Innere, man muss es leider sagen, besteht hauptsächlich aus braunem Karton, in den vermutlich Bücher eingepackt sind. Die mehr oder weniger handlichen Kartonpakete schichten sich zu täglich wachsenden Türmen auf, die bereits die ganze Fläche seines Schreibtischs bedecken und auf den Fußboden übergreifen.

Dort stehen Papiersäcke voller scheinbar absichtslos hineinarrangierter CDs. Wie zufällig liegen deutscher Humor und Eiswürfeljazz obenauf; ebenso ostentativ verstaubt daneben eine Vinylplatte von Thelonious Monk, angelehnt an einen gilbenden, ungeöffneten 50er-Pack der Buchbeilage ’07. Ein welker Herbst.

Buchkataloge ballen sich in einer orange Plastikkiste zusammen. An einem einsamen Kleiderhaken hängt ein offenbar aus einem Ambulatorium entwendetes Schild „Nüchtern“. Briefe, Zeitschriften, Rollen, Memos, Zettel, Sendungen aller Art. Ja, auf den Insassen dieses Büros wartet Arbeit, und nicht zu knapp! Ein Kärtchen liegt offen da. „Lieber Herr Nüchtern, der neue XXX-Roman erscheint am 20. August (bitte keine Rezension vorher).“ Wenigstens das wäre schon erledigt.


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