Seinesgleichen geschieht

Zu viele offene Fragen: warum die Causa Briefbomben einer Kommission bedarf

Der Kommentar des Chefredakteurs

Falter & Meinung | Armin Thurnher | aus FALTER 36/09 vom 02.09.2009

Unsere ungelösten Fälle verlassen uns nicht, sie besuchen uns immer wieder. Franz Fuchs und die Briefbomben ist ein solcher Fall. Die Detonationen der Briefbomben erschütterten, wie man sagt, in den frühen 90er-Jahren die Nation. Die Polizei ermittelte lange und vergebens, bis sich der Attentäter selbst in die Luft sprengte. In einem eiligen Prozess wurde er verurteilt, die Akten wurden geschlossen. Es passte ins Bild, dass sich der schwer verstümmelte Franz Fuchs (er hatte keine Hände mehr) in seiner Zelle bald darauf unglaublich geschickt erhängte. Er würde keine Fragen mehr beantworten und auch keine neuen Versionen mehr auftischen können.

Die Zeit der Briefbomben (1993–95) war politisch in jeder Hinsicht bewegt. Die Waldheim-Auseinandersetzung lag noch nicht lange zurück. Die These von Österreich als Hitlers erstem Opfer, bis dato Staatsideologie, weil sie die Spaltung des Landes nach deutschem Muster verhinderte und ihm zur Neutralität verhalf, war nicht mehr zu brauchen.


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