Kommentar

Wie Journalisten ihre Rechte verlieren. Der Fall Styria

Pressefreiheit

Falter & Meinung | Martin Gantner | aus FALTER 36/09 vom 02.09.2009

Horst Pirker ist ausgeritten, um den Journalismus vor dem Internet, der Wirtschafts- und Anzeigenkrise zu retten. Der Styria-Boss geriert sich als Visionär: Wer seine Vorstellung eines Medienkonzerns nicht teilt, muss zurückgelassen werden.

Der Chef von Presse, Wirtschaftsblatt und Kleine Zeitung hat aus dem einstigen „Katholischen Preßverein“ einen Medienkonzern europäischen Zuschnitts gemacht, der Beteiligungen in Rumänien, Kroatien und Italien besitzt. Das steht außer Frage. Doch auf dem Weg nach oben scheint Pirker die Rückendeckung seines Bodenpersonals verloren zu haben. Journalisten fünf unterschiedlicher Zeitungen (darunter drei des Styria-Verlags) hielten vergangene Woche Betriebsversammlungen ab. Der Presse-Betriebsrat hatte zuvor schon Klage am Arbeits- und Sozialgericht gegen die neu gegründete Content Engine des Unternehmens eingereicht.

Worum geht’s? Immer seltener stellen Österreichs Verleger Journalisten nach dem vorgesehenen Journalistenkollektivvertrag an.


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