Ferien können ihre Kinder gefährden

Falter & Meinung | aus FALTER 36/09 vom 02.09.2009

Bildung ist eine Klassenfrage. Nicht nur während der Schulzeit, sondern erst recht im Sommer

Kommentar: Sibylle Hamann

Neun Wochen Ferien sind vorbei. Es gibt Kinder, die sind neun Wochen lang barfuß über staubige Dorfstraßen gestreunt, haben Indianer gespielt, Ziegen gemolken und sich tagelang nicht den Hals gewaschen. Irgendwo bei Oma und Opa in Ostanatolien oder im Mühlviertel. Es war die einzige Art der Ferienbetreuung, die nichts gekostet hat, anders wäre es sich mit den Jobs der Eltern nicht ausgegangen.

Es gibt Kinder, die waren neun Wochen lang in ein minutiös durchgetaktetes Förderungs- und Fortbildungsprogramm eingespannt: Fußballcamp, Kinderuni und Schwimmkurs. Dazwischen Ferienspiel und Hort. Kein Tag wurde dem Zufall überlassen, anders wäre es sich mit den Jobs der Eltern nicht ausgegangen.

Und dann gibt es Kinder, die sind bei Schulbeginn blass wie im März. Sie haben neun Wochen lang Nintendo gespielt, zwischendurch gab’s Fertigpizza, und wenn’s zu fad oder zu


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