Kolumne

Japans Wahl: eine Linkskurve Richtung Normalität

Außenpolitik

Falter & Meinung | Franz Kössler | aus FALTER 36/09 vom 02.09.2009

Zwanzig Jahre haben die Japaner gebraucht, um die Wende nach dem Kalten Krieg auch im eigenen Land zu vollziehen und nach einer neuen internationalen Positionierung der zweitgrößten Wirtschaftsmacht der Welt zu suchen. Künftige Aufregungen sind vorprogrammiert.

Am Sonntag haben sie sich von einer Partei verabschiedet, die nach dem Weltkrieg mit US-Unterstützung als Bündnis ganz unterschiedlicher, konservativer Kräfte geschaffen und zur zentralen Drehscheibe der Japan AG wurde – eine Partei im westlichen Sinne ist sie nie ganz gewesen. 55 Jahre lang hat sie das Land regiert, mit einer einzigen elfmonatigen Unterbrechung, und ist zu einem undurchdringbaren Geflecht von Staatsbürokratie und Wirtschaftsinteressen geworden, unter der militärischen Vormundschaft der USA.

Zunächst hatte die Liberaldemokratische Partei LDP das Land zur globalen Wirtschaftsmacht gemacht, dann war sie zum Korsett des politischen Systems und der Wirtschaft geworden und schließlich ist sie in einem Sumpf


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