Helsinki, Zürich, Wien: Schulsozialarbeit hier und anderswo

Politik | aus FALTER 36/09 vom 02.09.2009

Das Ziel der finnischen Gesamtschule ist es, aus jedem Kind sein Maximum herauszuholen. Dafür gibt es nicht nur Förderlehrer für jene, die Nachholbedarf haben, sondern auch eigene Experten für die anderen Probleme, die ein Kind vom Lernen abhalten können. Dazu zählen Schulpsychologen und Sozialarbeiter, die oft tageweise vor Ort sind.

Man muss gar nicht so weit in den Norden blicken, um Erfolgsmodelle für Schulsozialarbeit zu finden. In der deutschsprachigen Schweiz sind schätzungsweise mehrer hundert Soziarbeiter und Sozialarbeiterinnen tätig. Tendenz steigend.

Insgesamt wird in Österreich immer öfter Schulsozialarbeit als Antwort auf Gewalt, Integrationshürden und strukturelle Armut eingeführt. Auch in Wien wurde das Konzept schon einmal an der Hauptschule Geblergasse ausprobiert.

Nun soll ein weiterer, größere Pilotversuch starten. Die Grünen fordern dies schon seit mehreren Jahren und kritisieren das langsame Tempo der Stadtregierung. „In unserer Schublade liegen bereits Konzepte, die man jederzeit umsetzen könnte“, sagt Birgit Hebein, Klubobfrau der Grünen im 15. Bezirk. Während sie kritisiert, dass der Pilotversuch auf sich warten lässt, haben ihre Parteikollegen im Rest Wiens ein anderes Problem. Dort werden Anträge der Opposition auf Schulsozialarbeit abgelehnt – mit dem Hinweis, dies werde als erstes im 15. Bezirk ausprobiert.

Einen konkreten Beschluss, wie sich die SPÖ den Schulsozialarbeits-Versuch vorstellt, soll es nach der Expertenrunde im September geben.


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