Nachgesehen

Der Schauplatz, am Tag nach dem Geschehen noch einmal betrachtet

Politik | Lukas Plank | aus FALTER 36/09 vom 02.09.2009

Wehrmachtsdeserteure: Kriegshelden ohne eigenes Denkmal

Sie nannten ihn Feigling, Verräter, Verbrecher. Vor mehr als 60 Jahren ist Richard Wadani aus der Hitlerwehrmacht desertiert. Auch heute begegnen ihm Menschen mit Verachtung. Es sind wenige, die in den Deserteuren die eigentlichen Kriegshelden sehen. „Wir haben unzählige Denkmäler für gefallene Soldaten. Deserteursdenkmal gibt es kein einziges.“ Dabei geht es Richard Wadani nicht um Denkmäler. Er will die Öffentlichkeit wachrütteln. Fast zwei Jahre hat es gedauert, bis das Geld für die Wanderausstellung „Was damals Recht war ...“ bereitgestellt war und sie in Wien aufgebaut werden konnte. Am Dienstag war Richard Wadani bei der Eröffnung der Ausstellung dabei. Jetzt hofft er, dass vor allem junge Menschen kommen, Schulklassen, Jugendgruppen und Präsenzdiener. Besonders ihnen müsse man zeigen, dass Fahnenflüchtige keine Verräter waren. „Wenn wir jemanden verraten haben, dann war das Hitlerdeutschland. Dafür dürfen wir uns nicht schämen.“


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