„Ich bin der Federgewichts-Champion“

Feuilleton, FALTER 36/09 vom 02.09.2009

Der Londoner Musiker Jamie T wühlt in den Plattenregalen von Charity-Shops und ängstigt sich vor U2-Shows

Text: Robert Rotifer

Als der Falter Jamie T zum letzten Mal begegnete, saß er in dem versifften, aber gemütlichen 12 Bar Club in der Londoner Denmark Street und beobachtete das Treiben in der popgeschichtsträchtigsten aller Londoner Seitengassen. Einst wimmelte es dort nur so vor Studios und Verlegerbüros.

Heute locken dagegen bloß noch die paar verbliebenen Gitarrenhändler das musizierende Milieu bzw. – wie wir dem Text der Eröffnungsnummer „368“ von Jamie Ts zweitem Album „Kings and Queens“ entnehmen – so manchen drogensüchtigen Gelegenheitsdieb an: „Is it the clothes or the bullet holes or the shit up your nose / That makes you contort your body like that / Like a Denmark Street thief feeding the crap.“

Es sind derlei schon auf seinem Debütalbum „Panic Prevention“ (2007) erfolgreich formulierte Sittenbilder als Personenbeschreibungen, die Jamie Treays –

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