Nackttanzen für die ganze Familie: Ang Lees „Taking Woodstock“

Feuilleton | aus FALTER 36/09 vom 02.09.2009

Filmkritik: Joachim Schätz

Seinen psychedelischsten Schmäh – zumindest für ein deutschsprachiges Publikum – bringt „Taking Woodstock“ gleich in der Vorspannsequenz unter: Der Schriftzug mit dem Namen von Co-Star Emile Hirsch erscheint just neben einem in der Wiese liegenden Gipsreh. Ansonsten ist diese Verfilmung der Woodstock-Memoiren von Elliot Tiber leider weniger eine Sache hirnrissiger Assoziationen als liebevoll ausgewalzter Abziehbilder. Die wahre Geschichte Tibers, der das dreitägige Rockfestival vor 40 Jahren aus Geldnot in sein Heimatkaff White Lake in der New Yorker Provinz einlud, ist Vorwand für ein einnehmend herzliches, aber nuancenarmes Panorama der Spätsechziger-Gegenkultur.

Die Sixties, das sind (wieder einmal): ein gequälter Vietnamveteran, den die Dschungelgefechte bis nachhause verfolgen; ein Theaterkollektiv mit einem Faible für Nackttanz und einem Guru, der fließend Freudomarxistisch spricht; ein seelenruhiger Hippieprinz, dem ein wackeliges Millionenprojekt


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