Leben von der Bienensucht

Stadtleben | aus FALTER 36/09 vom 02.09.2009

Martin Bezdekovsky produziert mit Leidenschaft Honig von Hand. Aus dem Leben eines Wiener Imkers

Reportage: Heike Hausensteiner

Der Irrtum ist immer derselbe, sagt Martin Bezdekovsky. Immer wieder rufen fremde Leute ganz aufgelöst bei ihm an und sagen: „Ich habe bei mir im Garten ein Bienennest im Baum.“ Ja, sagt Bezdekovsky dann ganz ruhig. „Ich komme vorbei und schau’s mir an.“ Zu diesem Zeitpunkt weiß der Honigmeister bereits, dass es sich bei den vermeintlichen Bienen um Wespen handelt. „Wildbienen“, sagt Bezdekovsky, „bilden keine Staaten mehr.“

Die meisten Leute hätten heute keine Ahnung mehr von Bienen. Ist das Insekt – ganz gleich ob Biene oder Wespe – im Anflug, fuchteln die meisten nur wild mit den Händen und rennen davon. Die Carnica-Rasse, die hauptsächlich im mitteleuropäischen Raum und auch in Österreich vorkommt, ist grau-braun. Ihre Härchen fühlen sich ganz weich an, wenn man in Bezdekovskys Garten eine männliche Drohne ohne Stachel streichelt.


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