Gerettet und entführt

Stadtleben | aus FALTER 36/09 vom 02.09.2009

Zwei österreichische Kinder standen im Mittelpunkt eines der größten französischen Justizskandale der Nachkriegszeit. Nun wurde ihr Schicksal verfilmt

Recherche: Georg Renöckl

Februar 1953, in den französischen Pyrenäen. Ein bärtiger Schafhirte stapft durch knietiefen Schnee, zwei frierende, nur leicht bekleidete Knaben ihm hinterher. Auch ein Dorfpfarrer aus dem französischen Teil des Baskenlandes ist dabei. Immer wieder nimmt er den jüngeren der weinenden Buben auf die Schultern. Nach einem langen Marsch ist die Staatsgrenze erreicht, auf spanischem Gebiet nehmen baskische Mönche die erschöpften Kinder in Empfang und bringen sie getrennt in entlegene Bergdörfer. Monatelang bleiben Robert und Gérald, zehn und elf Jahre alt, wie vom Erdboden verschluckt, während die französische Justiz fieberhaft nach ihnen sucht. Es handelt sich um die spektakulärste Kindesentführung der französischen Nachkriegsgeschichte. Was uns daran interessieren könnte: Die Kinder sind Österreicher.


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