Vernissage

Idyllen in Zeiten der Revolution

Lexikon | aus FALTER 36/09 vom 02.09.2009

Das Biedermeier (1815–1848) war keineswegs so friedlich, wie es viele Bildwerke dieser Zeit vermitteln. Der Vormärz als Ära politischen Aufbegehrens und der Unterdrückung resultierte im Rückzug der Menschen in die schützende Stille bürgerlicher Häuslichkeit. Vor allem in Österreich hielt das Biedermeier in allen Gesellschaftsschichten Einzug, was zu einer sonst kaum erreichten Hochblüte und Stilreinheit führte.

Mit den populärsten Sujets der Epoche bespielt das Wien Museum seine kommende Präsentation. Ergänzt durch kunstgewerbliche Arbeiten, führt die Ausstellung „Malerei des Biedermeier“ durch die wesentlichen Bildgattungen der Zeit, vom repräsentativen Porträt über die Genre-, Landschafts- und Interieurmalerei zum Stillleben. Alltagsszenen von Peter Fendi, Josef Danhauser und Ferdinand Waldmüller treffen etwa auf opulent und akribisch ausformulierte Blumenmalereien von Franz Xaver Gruber und Sebastian Wegmayer. Die detailgenaue Erfassung damaliger Einrichtungen machen die sogenannten Zimmerbilder deutlich. MJ

Wien Museum Karlsplatz, Mi 18.30, bis 17.1.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige