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Kurz besprochen

Lexikon | aus FALTER 36/09 vom 02.09.2009

Roman

Carlos Fuentes: Alle glücklichen Familien. S. Fischer, 411 S., € 22,90

„Alle glücklichen Familien sind einander ähnlich, jede unglückliche Familie aber ist auf ihre Art unglücklich.“ Dieses Zitat aus Lew Tolstois „Anna Karenina“ dient dem mittlerweile 80-jährigen Carlos Fuentes als Motto seines Romans, in dem er sich ein weiteres Mal der unglücklichen mexikanischen Realität annimmt.

In Bildern oder vielmehr Zerrbildern einer scheinheiligen, vom Katholizismus geprägten Zweiklassengesellschaft porträtiert er die weitverbreitete Korruption, den frauenfeindlichen Machismo, die Identitätsfindung des indianischen Teils der Bevölkerung, den Gegensatz von Ballungszentren und ländlichen Regionen oder die illegale Auswanderung in die USA.

Zwischen den Darstellungen der unterschiedlichen Familienschicksale meldet sich regelmäßig ein Chor zu Wort, der der vielschichtigen Bevölkerung Mexikos, und damit besonders den „Stummen“ unter ihnen, eine Stimme verleiht. Übersetzerin

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