Theater Am Spielplan

Jelinek beim Wort genommen

Steiermark | Hermann Götz | aus FALTER 36/09 vom 02.09.2009

In seiner aktuellen Produktion „Stecken, Stab und Stangl“ widmet sich dramagraz mit Elfriede Jelinek zwar einer Autorin, die viel mit Ernst M. Binder und dessen Theater verbindet, doch die Herangehensweise ist eine deutlich andere als bisher. Der Grund dafür heißt Maik Priebe. Ihm hat Binder diesmal die Regie überlassen. Priebes Umgang mit dem Text ist gänzlich anders als der von Ernst M. Binder: Während Letzterer den Worten in der Regel wenig Bühnenlicht, aber viel Raum und sehr viel Zeit gibt, werden sie von Priebe interpretiert, frisiert und auch mal gegen den Strich gebürstet. Der Abend folgt einer streng rhythmischen Gesamtdramaturgie. Jelineks hochmusikalischer Text, der seine Kreise um den ehemaligen Starkolumnisten der Kronen Zeitung und die Oberwarter Roma-Morde von 1995 zieht, wird also treffend umgesetzt.

Theater im Keller, Fr, Sa, Mi, Do 20.00


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