Nachrichten aus dem Inneren

Die Redaktion erklärt sich selbst

Falter & Meinung | Klaus Nüchtern | aus FALTER 37/09 vom 09.09.2009

In den Filmen des japanischen Animationsfilmers Hayao Miyazaki, die an dieser Stelle noch einmal nachdrücklich für die ganze Familie und Menschen fast jeden Alters empfohlen seien (mit den ganz Kleinen kann man getrost in „Mein Nachbar Totoro“ gehen, in anderen Fällen sollte man aber vorher vorsichtshalber eine Inhaltsangabe konsultieren), halten sich, wie unser in Berlin lebender Filmkorrespondent Gerhard Midding so richtig schreibt, Staunen und Erschrecken, Bedrohung und Geborgenheit die Waage (siehe Seite 25). In der Wirklichkeit der Falter-Redaktion ist das ein bisschen anders. Da herrscht gleichsam bedrohliche Geborgenheit, und das Erschrecken rührt daher, dass es eigentlich nichts zu staunen gibt.

Fälschlicherweise werden die Sachverhaltsdarstellungen in dieser Kolumne mitunter auf das jokose Wesen des Verfassers zurückgeführt. Dabei ist das, was Armin Thurnher letzte Woche an dieser Stelle über „mein Inneres“ schrieb, eher unter- als übertrieben. Es versetzt mich also nicht in Erstaunen, aber dennoch in Erschrecken, dass das halbe Zimmer mit Bücherkartons zugestellt ist. Es versetzt mich weder in Erschrecken noch in Erstaunen, dass sich in der anderen Hälfte auf einmal Matthias Bernold materialisiert und „Hier regiert der SCR!“ grölt. Es erstaunt mich nicht (die Frau hat Geschmack!), erfreut mich aber, dass Julia Ortner mein Pullunder gefällt, und es wundert mich irgendwie gar nicht, dass sich die Anzahl der kaputten Geschirrspüler in der Feng-Shui-Ecke während meiner Abwesenheit verdoppelt hat. Auf manche Dinge ist einfach Verlass – for better or for worse.


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