Seinesgleichen geschieht

Ein katholischer Sozialist von panzerbrechender Freundlichkeit

Der Kommentar des Chefredakteurs

Falter & Meinung | Armin Thurnher | aus FALTER 37/09 vom 09.09.2009

Franz Olah ist tot. Er war der letzte Politiker der sogenannten Nachkriegszeit. Ohne ihn hätte es die Kronen Zeitung nicht gegeben, und deswegen wirkt er stärker in unsere

Gegenwart hinein, als man seinen Nachrufen hätte entnehmen können. Olah war Gewerkschaftsboss, Innenminister und ein starker Mann der Zweiten Republik. Das konnte man bei ihm wörtlich nehmen. Er ließ den kommunistischen Generalstreik 1950 von seinen Gewerkschaftern mit Dachlatten niederschlagen.

Manchen gilt er deswegen als der Retter der Republik vor Kommunismus oder Teilung. Andere fürchteten ihn als einen potenziellen Diktator. Als er, bereits Innenminister, öffentlich mit Geheimdienstakten hantierte, zwang man ihn zum Rücktritt. Wenn das heute so dargestellt wird, als hätte der linke Flügel der Sozialdemokraten gegen ihn gewonnen, kann es sich nur um eine nachträgliche Schutzbehauptung handeln, denn was folgte, war kein Linkssozialismus, sondern die Ära Kreisky.

Olah war geprägt durch seine Erfahrung im


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