Meinesgleichen

Wie man eine Zeitung gründet

Falter & Meinung | aus FALTER 37/09 vom 09.09.2009

Aus gegebenem Anlass einmal ein Text von Hans Dichand, gedruckt 1977, er erzählt von einer Situation 1958/59. „In einem großen, holzgetäfelten Büro, garniert mit Geschenken, die wie Siegespokale herumstanden, waren neben Olah der Rechtsanwalt Dr. Lewar und sein ÖGB-Sekretär erschienen, der Olah wie ein Lakai ergeben schien, später aber in den Auseinandersetzungen um den Gewerkschaftsboss immer wieder eine zwielichtige Rolle spielen sollte. (…) Ich entwickelte im Büro Olahs unser Konzept und las an seinen gelegentlichen Gesichtszuckungen ab, wie gespannt er alles verarbeitete und gedanklich gleich wieder ausbaute. Meine kategorischen Wünsche nach Unabhängigkeit und Beteiligung schienen ihm keine Probleme zu sein. Wichtiger war ihm die Frage, wie die Firma aussehen sollte und ob ich bereit wäre, vorerst alles auf meinen Namen laufen zu lassen. Sein Freund, sagte er, wolle in der ersten Phase der Entwicklung des Blattes noch nicht hervortreten; er werde aber für einen entsprechenden Kredit alle Garantien abgeben. Die Höhe der erforderlichen Beträge beeindruckte Olah nicht. (…) Seine abschließende Frage:, Haben Sie neben der Redaktion schon eine kaufmännische Leitung?‘ Als ich antwortete, dass wir die Verwaltung vorerst mehr oder weniger improvisieren wollten, antwortete er eher beiläufig:, Da gibt es einen jungen Mann, der bei Persil schon eine kaufmännische Karriere gemacht hat. (…) Möglicherweise wird er ein guter kaufmännischer Leiter. Er heißt Kurt Falk.‘“

Quelle:

Hans Dichand: Die Kronen Zeitung. Die Geschichte eines Erfolgs. Orac, Wien 1977, S. 197 f.


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