Kommentar

Deserteure: Ein Stück republikanische Normalität entsteht

NS-Geschichte

Falter & Meinung | Peter Pirker | aus FALTER 37/09 vom 09.09.2009

Dieser Tage befindet sich ein zentrales Bündnis der hiesigen Vergangenheitspolitik in einer veritablen Krise, jenes des Bundesheeres mit dem Österreichischen Kameradschaftsbund (ÖKB). Das Kameradentreffen am Ulrichsberg findet nach dem Rückzug des Heeres erstmals nicht statt. Ein ÖKB-Funktionär hatte im Internet Nazidevotionalien angeboten. Der ÖKB ist selbstverschuldet im geschichtspolitischen Eck.

Der ÖKB stand an der Wiege des Bundesheeres. Der spätere ÖVP-Verteidigungsminister Ferdinand Graf ließ in den frühen 50ern den ÖKB das Kaderpersonal für das Bundesheer rekrutieren. Graf, kalter Krieger der ersten Stunde, betrachtete die Wehrmachts- und SS-Offiziere als Speerspitze gegen den Kommunismus. Diesem Geist des Kalten Kriegs folgte die Vergangenheitspolitik. Bundesheeroffiziere und ÖKB verteidigten den Eid auf Hitler, logen den Vernichtungs- in einen antikommunistischen Verteidigungskrieg um und trugen die Legende von der sauberen Wehrmacht in jeden Haushalt. Ideologische


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