Am Apparat

Telefonkolumne

Politik | aus FALTER 37/09 vom 09.09.2009

Wie hilft man Bandion-Ortner durch Stadt und Stau, Herr N.?

In der Neustiftgasse vor dem Justizministerium ist täglich Stau. Und jeden Tag ist Ministerin Claudia Bandion-Ortner darin gefangen. Verurteilt zuzusehen, wie der privilegierte Verkehrsfluss in der Busspur an ihr vorüberströmt. Um diesem ärgerlichen Zustand ein Ende zu setzen, beantragte die Ministerin für ihren Dienstwagen beim Magistrat eine Sondergenehmigung. Als die Öffentlichkeit davon erfuhr, zog sie den Antrag jedoch zurück. Das Problem bleibt ungelöst. Wie kann Bandion-Ortner geholfen werden? Der Falter sprach mit Walter N., der seit 15 Jahren Politprominente durch Österreich chauffiert.

Können Sie nachvollziehen, warum Ministerin Bandion-Ortner die Busspur benützen will?

Sicher. Wer könnte das nicht. Aber die Busspur ist ja nicht ohne Grund für Einsatzfahrzeuge, Busse und Taxis reserviert. Wenn jeder eine Bewilligung bekäme, wäre sie bald genauso verstopft wie alle anderen Straßen.

In gewissem Sinn sind auch Sie ein Taxifahrer, der eben nur einen einzigen Gast befördert. Wäre es da nicht fair, wenn Sie die Busspur benützen könnten?

Wenn es gar nicht anders geht, mache ich das ohnehin (lacht). Ich hoffe dann eben, dass die Polizei wegschaut.

Schaut die Polizei häufig weg, wenn sie merkt, wer Ihr Fahrgast ist?

Das kommt vor. Aber nicht immer. Außerdem schaut es nicht gut aus. Die Leute denken sowieso immer, dass die Politiker privilegiert sind.

Was könnte Bandion-Ortner unternehmen, um nicht mehr im Stau zu stehen?

Zum Beispiel nicht durch die Neustiftgasse fahren. Stadtauswärts geht es in dieser Richtung schneller über die Wienzeile. Außer beim Naschmarkt.

Haben Sie noch irgendwelche Tipps?

Sie sollte sich den Tag besser einteilen. Wenn mich mein Chef fragt, wie lang wir für eine Strecke brauchen, rechne ich ein paar Minuten Puffer ein. Wenn die Justizministerin ihr Timemanagement optimieren würde, müsste sie sich nicht ärgern, wenn sie einmal im Stau steht.

Interview: M.G. Bernold


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