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Politik | aus FALTER 37/09 vom 09.09.2009

Im 15. Bezirk sterben die Menschen viereinhalb Jahre früher als im ersten. Was verrät das über Wien?

Reportage: Martin Gantner

Ernst Hruška lässt sich in seinen Sessel zurückfallen und zündet sich eine Zigarette an. Der letzte Patient des heutigen Tages hat seine Praxis im 15. Wiener Gemeindebezirk gerade verlassen. Hruška ist erschöpft. „In diesem Sommer ist die Hölle los. Genauso wie in einem Winterquartal.“ Mit der Schweinegrippe hat das aber nichts zu tun, beeilt sich Hruška zu betonen, „die hab ich hier noch nie gesehen“. Er lacht.

Es ist ein Tag wie jeder andere auch, und Hruška ist Arzt in Wien wie viele andere Ärzte auch. Mit einem Unterschied: Seine Patienten sterben im Durchschnitt viereinhalb Jahre früher als die Patienten von Monika Fuchs. Auch sie ist Medizinerin. Allerdings nicht in Rudolfsheim, sondern im ersten Bezirk. Dreieinhalb Kilometer Luftlinie oder vier Stationen mit der U-Bahn trennen beide Praxen. Die Patienten der beiden Ärzte trennt vor allen


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