Ein Kostkind und Reformer

Politik | aus FALTER 37/09 vom 09.09.2009

Seine Utopien wurden Realität. Zum 140. Geburtstag des Wiener Bürgermeisters und Sozialreformers Karl Seitz

Würdigung: Alexander Spritzendorfer

In der Weltstadt Wien spürt man an allen Ecken den Atem der Geschichte. Straßen und Plätze tragen die Namen weltbekannter Künstler und wichtiger Persönlichkeiten aus Wissenschaft und Politik. Trotz der wirtschaftlichen Probleme erlebte Wien in den 20er-Jahren eine Blütezeit der Literatur, der Architektur und des intellektuellen Diskurses. Ein Name ist mit dieser Geschichte untrennbar verbunden: Karl Seitz. Er, der vor 140 Jahren geboren wurde, wird durch keinen Straßennamen geadelt. Dabei ist ein Gedenken an die von ihm verkörperte Tradition des Roten Wien aktueller denn je.

Karl Seitz wächst als „Kostkind der Gemeinde“ auf und wird Volksschullehrer. Bereits in jungen Jahren fällt seine Rhetorik auf. 1901 gelingt der „kühne Versuch, eine Bresche in die geschlossene Front der Luegerei zu schlagen“, und Seitz zieht in den Reichsrat


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