Der Markt als Produkt eines gläubigen Geistes

Politik | aus FALTER 37/09 vom 09.09.2009

Ist die neoliberale Marktwirtschaft nichts als ein inhaltsleeres Propagandaunternehmen? So sieht es der Ökonom Walter Otto Ötsch

Rezension: Richard Wimmer

Wenn man in der Kaffeeküche eines New Yorker Büros den Kühlschrank nach Milch durchsucht, kann man unter mindestens vier Sorten wählen: frische Milch, haltbare Milch, fett oder fettarm, vielleicht sogar mit Vanillegeschmack. Das hat keine planende Behörde so entschieden und organisiert, hier führt kein Milchmagistrat Regie, sondern der „Markt“ bestehend aus vielen Millionen New Yorkern als Agenten desselben. Diese unsichtbare, fast alle Lebensbereiche durchdringende produktive Kraft des Marktes finden Ökonomen ebenso faszinierend wie die innovative Dynamik des Kapitalismus überhaupt. Vor allem im Vergleich zur Befehlswirtschaft des totalitären Kommunismus.

Der Linzer Ökonom und Kulturhistoriker Walter Otto Ötsch teilt diese Faszination für den Markt jedoch nicht. In seinem neuen Buch Mythos Markt belässt er es nicht bei


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