Nachgesehen

Der Schauplatz, am Tag nach dem Geschehen noch einmal betrachtet

Politik | Anna Sawerthal | aus FALTER 37/09 vom 09.09.2009

Wiens Atheisten demonstrierten gegen den „Fundi-Wahnsinn“

Während Donnerstagabend im Rathaus das 30-jährige Bestehen der Abtreibungsklinik am Fleischmarkt gefeiert wurde, lieferten sich Befürworter und Gegner der Abtreibung vor dem roten Rathaus ein Kräftemessen. „Die Christen“-Partei trug übergroße Plastikföten zur Schau, gegenüber stand eine Gruppe, der normalerweise wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird: die Atheisten. Internen Streitigkeiten zum Trotz trat man geeint gegen „den Wahnsinn der Fundis“ auf, wie Christoph Baumgarten vom Freidenkerbund am Tag nach der Demo erzählt. „Wenn wir mit den gleichen Waffen wie die Fundis kämpfen würden, dann müssten wir am Sonntag um zehn das Gleiche vor dem Stephansdom machen. Aber Störung eines Gottesdienstes wird schwer bestraft.“ Der Atheist Baumgarten will Gleichbehandlung von jenen, die an Gott glauben, und jenen, die es nicht tun. Er fühlt sich oft beleidigt: „Werte werden über Religion definiert. Heißt das, dass ich keine Werte habe?“


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