Prinz, Tellerwäscher, Journalist

Medien | aus FALTER 37/09 vom 09.09.2009

Simon Inou hätte ein Herrscher sein können. Lieber wurde er Berichterstatter. Jetzt ist er Flüchtling. Und aus Österreichs Medien nicht mehr wegzudenken

Porträt: Sibylle Hamann

Nein, er hat keinen richtigen österreichischen Pass. Immer noch nicht. Obwohl er schon seit Jahren einen haben könnte und obwohl seine Frau ihn immer wieder dazu gedrängt hat, denn es würde das Reisen wesentlich einfacher machen. Rechtlich gesehen gehört Simon Inou gar keinem Staat an. Rechtlich gesehen ist er ein Flüchtling. Der Flüchtlingspass ist grau statt rot. Bei jeder Grenzkontrolle provoziert er lange, nachdenkliche Blicke.

Seit mittlerweile 15 Jahren trägt er dieses Dokument schon mit sich herum, und wenn er über diesen seltsamen Schwebezustand spricht, dann spürt man, dass es in ihm arbeitet. Zweimal hatte er schon das Antragsformular für die österreichische Staatsbürgerschaft eingesteckt und sich samt allen Dokumenten auf den Weg aufs Magistrat gemacht, zweimal hat er wieder kehrtgemacht,


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