Das Sein vom Schwein ist anders als sein Schein

Feuilleton | aus FALTER 37/09 vom 09.09.2009

In den fremden Welten des japanischen Animationsfilmers Hayao Miyazaki halten sich Bedrohung und Geborgenheit die Waage

Werkwürdigung: Gerhard Midding

Es macht die Größe dieser Filme aus, dass man die Frage, ob nun Kinder oder Erwachsene mit einem reicheren Erfahrungsschatz aus dem Kino kommen, nicht eindeutig beantworten kann. Anders als viele seiner US-Kollegen verfolgt Hayao Miyazaki in seinen Animationsfilmen nicht die Strategie, der Intelligenz von beiden zu schmeicheln; zugleich scheint er die Furcht, die aufgeklärte Perspektive des Erwachsenen könne den verzauberten Blick der Kindheit revidieren, nicht zu kennen.

Der Zauber von Miyazakis Filmen verdankt sich einem Drang nach neugieriger Weltteilhabe, den der Regisseur und seine Figuren teilen. Es sind keine behaglichen Passagen, auf die der Regisseur sein Publikum in „Nausicaä aus dem Tal der Winde“ und „Prinzessin Mononoke“ mitnimmt. Ihr Entwurf entspringt einer tiefen Sorge um die ökologische und zivilisatorische Zukunft


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige