Der Inder schreibt nicht nur auf Englisch

Feuilleton | aus FALTER 37/09 vom 09.09.2009

Uday Prakashs Kurzroman „Dr. Wakankar“ zeigt einen nationalistischen Hindu als fehlgeleiteten Idealisten

Buchkritik: Karl-Markus Gauss

Die indische Verfassung nennt 18 „Nationalsprachen“, denen sie einen besonderen Status garantiert. Insgesamt sind es jedoch weit über 100 Sprachen, die in diesem einen Land, dessen ethnische und religiöse Vielfalt der des ganzen europäischen Kontinents nicht nachsteht, gesprochen werden. Freilich, wenn es um indische Literatur geht, sind immer nur jene Autoren gemeint, die ihre Bücher auf Englisch verfassen und wohl mehr den internationalen als den indischen Buchmarkt im Auge haben. Salman Rushdie und Vikram Seth, Arundhaty Roy und Rohinton Mistry werden in aller Welt gelesen, und mit dem 35-jährigen Aravind Adiga ist jetzt schon die nächste Generation indischer Autoren dabei, einer weltweiten Leserschaft das Staunen über die Sinnlichkeit, den Überlebenswitz, die urbane Weltläufigkeit der Inder zu lehren.

Gezählt sind hingegen die indischen

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