Entfesselter Tiger: Subkontinent der Illusionen

Feuilleton | aus FALTER 37/09 vom 09.09.2009

Ausstellungen in Wien und im Klosterneuburger Essl Museum belegen einen internationalen Trend: Kunst aus Indien boomt

Bestandsaufnahme: Manisha Jothady

Als der Schriftsteller Rabindranath Tagore 1913 den Literaturnobelpreis erhielt, besaß das spirituelle Indien jene Anziehungskraft, die im Gefolge des Hesse-Fiebers und der Hippie-Bewegung in den 60er-Jahren eine Renaissance erlebte. Indienreisende werden auch heute noch erstaunt sein, wie sehr das Land der krassen Gegensätze so manches der Klischees erfüllt, die ihm trotz des enormen Globalisierungsschubs der letzten Jahre anhaften.

Dennoch entsteht seit den 90ern ein Indien, das mit seiner beinahe schlagartigen Internationalisierung von Kapital, Konsum und Medien auch die Kunstszene nachhaltig verändert. Großstädte wie New Delhi, Mumbai und Bangalore verfügen plötzlich über eine Galerienlandschaft für zeitgenössische Kunst. Seit August 2008 hat die Hauptstadt des Landes mit der Devi Art Foundation endlich ein Museum für seine


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige