Nüchtern betrachtet

Vom Briten ließe sich schon noch was lernen

Feuilleton | aus FALTER 37/09 vom 09.09.2009

Feuilletonchef Klaus Nüchtern berichtet aus seinem Leben. Die Kolumnen als Buch: www.falter.at

Wie in diesem Blatt vor kurzem en passant erwähnt, wird Krems von einer Dohlenplage heimgesucht. Weil die Dohle an sich schon mein Spezl ist, versetzt es meinem vogelfreundlichen Herz einen kleinen Schmerz, wenn dohlenaverse Gefühle artikuliert werden. Also bin ich der Sache nachgegangen. Meine Recherchen ergaben, dass die Dohlen zur Bekämpfung einer Taubenplage eingesetzt wurden, ihren Job auch sehr professionell gemacht, danach aber offenbar auch beschlossen haben, im schönen Krems zu bleiben, wo sie jetzt ihrerseits als Plage angesehen werden – man kennt das ja: Arbeitskräfte wurden gerufen, aber Dohlen sind geblieben. Die Dohle, Corvus monedula, nicht zu verwechseln mit Pyrrhocorax graculus, der gelbschnäbeligen und generell gutgelaunten Alpendohle, die über eine erstaunliche Fertigkeit in der widerrechtlichen Aneignung von Speckbroten verfügt, lebt zwar gern in Menschennähe, ist


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