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Lexikon der Getränke. Diese Woche: Terroir-Apfelsaft

Stadtleben | aus FALTER 37/09 vom 09.09.2009

Eine „Wienerin“ presst burgenländischen Apfelsaft

Wenn sich Quereinsteiger – vornehmlich aus den Branchen Journalismus, Werbung, Medizin oder Wirtschaft – dazu entschließen, ihr Leben durch die Herstellung eines individuellen Getränks aufzuwerten, dann ist das in etwa 99 Prozent der Fälle Wein. Und ganz manchmal auch Bier. Oder Schnaps.

Aber Martina Parker, Redakteurin bei der Wienerin, liebt nun mal Äpfel.

Und presste, nachdem sie einen alten Gutshof ihrer Familie im burgenländischen Bad Tatzmannsdorf hergerichtet und bezogen hatte, aus den alten Sorten der zum Grundstück gehörenden Streuobstwiesen einen Saft. Und weil der so super war, suchte sie nach einem weiteren Uralt-Streuobstwiesen-Apfelhain. Sie fand ihn in der Nähe von Pinkafeld im burgenländischen Bezirk Oberwart und presst nun zwei verschiedene „Terroir“-Apfelsäfte.

Der Pinkafelder besteht aus Apfelsaft der Sorten Borsdorfer, Gelber Bellefleur, Schöner von Boskoop, Lavanttaler Banane, Rheinischer Krummstiel, Großherzog Friedrich von Baden, Landsberger Renette und vieler anderer. Die Bäume sind bis zu 70 Jahre alt.

Auf Spritzen und Düngen wird verzichtet, abgefüllt wird naturtrüb. Der Saft aus Pinkafeld schmeckt entsprechend vielschichtig, ist herb und fruchtig zugleich, ein Apfelsaft, fast so interessant wie Wein. Der Tatzmannsdorfer ist etwas strenger, markanter. Auf jeden Fall ein faszinierendes Konzept und quasi das Gegenteil von der standardisierten Tetrapak-Spritzgetränkbasis. fH


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