Buch der Stunde

Lexikon | Erich Klein | aus FALTER 38/09 vom 16.09.2009

Mit „Pontus“ hat die 1976 in Eisenach geborene, heute in Halle lebende Daniela Danz den erfolgreichsten deutschen Gedichtband der letzten Jahre geschrieben. Die prekären Bruchlinien westlicher und östlicher Imperien, Kulturen und Religionen werden in fünf Zyklen nachgedichtet. Pontus ist der Raum ums Schwarze Meer, aus dem sich Europa seit Anbeginn definiert. „Durch die Schlacken sind wir gekommen / durch Schlachtensediment / persönliche Kämpfe und Dunkelziffern“, heißt es eingangs. Das dichterische Ziel: „Du willst / doch zurück mit leichtem Gepäck“. Das Reiseoutfit besteht aus Turnschuh und klassischer Antike, aber wenn Homer oder Ovid angesprochen, mit Goethe und Hölderlin erhabene Töne angeschlagen werden, klingt es nie bildungsbürgerlich aufgesetzt. „Das ist der Anfang ein Sturz / übers Meer betrunken / vom Wunsch sich drüber zu spannen / Europa am Abend und Asien nach / dem Gang durch die Nacht“.

Man kann „Pontus“ als Reisetagebuch durch Zeit und Raum


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