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Kurz besprochen

Lexikon | aus FALTER 38/09 vom 16.09.2009

Satire

Sabine Scholl/Lydia Mischkulnig: Böhmische Bibel. Band 3: Herminator. Wieser, 165 S., € 12,95

Zwei unfolgsame Damen aus Österreichs Gegenwartsliteratur haben sich zu einem literarischen Spaß zusammengetan, ausgeheckt auf einer gemeinsamen Japan-Fahrt. Sie gründeten das Tinternationale Textunternehmen und begannen mit dem Projekt der unheiligen Bibel, angelegt auf fünf Bände. In den ersten beiden Bänden wird Libuse (die Mutter eine Puppe, der Vater ein Japaner) geboren, großgezogen und ihrer Bestimmung übergeben: die Welt zu verbessern. Im dritten Band nun hat sie einen Mann und Helfer mit alpinem Muskelrelief gefunden, unseren Herminator (zärtlich: Hermi).

Ein Groteskstrip hemmungs- und pausenlos aneinandergedrängter Ereignisse, die nicht nachzuerzählen sind. Bisschen satirische Welthaltigkeit gibt’s noch, aber der Hauptteil des Spaßes, den die beiden Autorinnen am Unternehmen gehabt haben mögen, wird wohl gewesen sein: schreibend einmal für nichts verantwortlich


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