Kommentar Kultur

Musikpreis Amadeus: hier lieblicher Kommerz, da die sperrige Kunst

Falter & Meinung | Gerhard Stöger | aus FALTER 38/09 vom 16.09.2009

Anna F. ist eine höfliche junge Frau. Als die Steirerin den Amadeus-Musikpreis als Popkünstlerin des Jahres erhielt, bedankte sie sich wortreich und freudestrahlend bei all jenen, die diesen Erfolg ermöglicht haben – und nannte an erster Stelle die Raiffeisen-Bank, den Sportartikelhersteller Puma und den Energy-Drink-Produzenten Red Bull.

Anna F. ist nicht nur Sängerin mit dem Fachgebiet lieblich-unverbindlicher Folkpop, sondern auch Model; auf dieser Personalunion basiert ihre Karriere. CD gibt es trotz Ankündigungen noch keine, aber wer braucht die schon, wenn auch ein wenig Hintergrundgeplätscher in einem Werbespot für einen Musikpreis genügt?

Mag sein, dass Pop anno 2009 am besten über Seelenverkauf funktioniert und eine an der Oberfläche glänzende Angepasstheit der sicherste Weg zum Erfolg ist. Dass es nach wie vor auch anders geht, demonstriert die in ihrem Auftreten stets ein wenig irritierende Anja Plaschg alias Soap&Skin. Sie wurde bei den Amadeus Austrian Music Awards


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