Kolumne Außenpolitik

Thatchers Geheimplan: was Europa noch heute davon lernt


Raimund Löw
Falter & Meinung | aus FALTER 38/09 vom 16.09.2009

Wie konnte sich Margaret Thatcher, die härteste Kalte Kriegerin ihrer Zeit, nur so irren, als der Kommunismus fiel? Die Frage beschäftigt nicht nur Historiker, seit das britische Foreign Office letzte Woche Details über den vergeblichen Kreuzzug der Eisernen Lady gegen die deutsche Vereinigung nach dem Fall der Mauer veröffentlichte. „Eine ‚Entente Cordial‘ gegen die Geschichte“ wollte sie mit Frankreich schmieden, ätzt die Pariser Tageszeitung Le Monde.

Thatchers Privatsekretär, Charles Powell, beschreibt ein haarsträubendes Hochlizitieren antideutscher Ressentiments bei den Treffen der britischen Konservativen mit dem französischen Sozialisten François Mitterrand. Da war von einem Comeback der „bösen Deutschen“ die Rede. Thatcher zog eine Vorkriegskarte Europas aus der Handtasche und prophezeite, ein vergrößertes Deutschland werde wie einst alle Nachbarn schlucken. Die beiden glaubten sich in die Zwischenkriegszeit zurückversetzt, weil Helmut Kohl die demokratische

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