Er war gesund und munter

Warum verhungert ein 20-jähriger Inder vor den Augen der Wiener Polizei?

Politik | Bericht: Florian Klenk | aus FALTER 38/09 vom 16.09.2009

Gaganpreet Singh hatte sich wohl einiges erträumt, als er von Indien nach Floridsdorf kam. Vielleicht hat er sich eine Art Paradies erhofft oder nur einen Job als Kolporteur. Dass er stattdessen in einer Schubhaftzelle am Hernalser Gürtel verhungern würde, das hätte der 20-jährige Mann wohl nie gedacht.

Gaganpreet Singh hätte sich wohl auch nie vorstellen können, dass ein österreichischer Spitzenpolitiker nur wenige Stunden nach dem Tod darum bittet, den Vorfall nicht als „parteipolitischen Spielball“ zu missbrauchen, um es sogleich selbst zu tun. Singhs Tod, so ÖVP-General Fritz Kaltenegger, „hätte ja durch eine Zwangsernährung verhindert werden können“. Doch die Opposition sei gegen solche Maßnahmen gewesen, sie trage, will Kaltenegger damit andeuten, die Mitverantwortung an diesem Drama. Und nicht das Innenministerium.

Schon kurz nachdem die Polizisten den Leichnam der Gerichtsmedizin überstellten, meldete sich Jochen Rausch, ein Chefarzt des Innenministeriums, zu


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