„Überprüfung von Ethnien“

Politik | Bericht: Marion Bacher | aus FALTER 38/09 vom 16.09.2009

Um Einbrecher aus dem Osten zu schnappen, greift das Innenministerium zu höchst umstrittenen Methoden

Sind Sie Tschetschene, Moldawier oder so irgendetwas?“ Die Frage der drei Männer, die Ende Juni vor der Haustüre stehen, wirft Giorgi G. kurz aus der Bahn. Er lacht: „Ich bin Georgier.“ Dann fragen ihn die Männer nach dem Ausweis. Nach wenigen Minuten sind sie wieder weg. Es waren Polizisten in Zivil.

Giorgi G. bleibt verwundert zurück. Seit 16 Jahren lebt der Sozialarbeiter nun schon in Österreich. Was wollten die Männer ausgerechnet von ihm? Im Gespräch mit anderen Georgiern realisiert G., dass die merkwürdige Polizeikontrolle nicht nur ihm widerfuhr. Egal, ob Schachtrainer der georgischen Frauennationalmannschaft, Opernsänger, Konsulin, Restaurator oder Künstler, sie alle wurden von der Polizei aufgesucht und perlustriert, weil sie aus dem Osten Europas stammen.

Ethnic Profiling heißt das Vorgehen der Polizei, und es wurde erstmals mit Unterstützung des Innenministeriums


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