Gefängnis ohne Wärter, Land ohne Hoffnung

Politik | Rezension: Julia Kospach | aus FALTER 38/09 vom 16.09.2009

In ihrem Buch über Gaza zieht die deutsche Journalistin Bettina Marx eine verstörende Bilanz des Lebens in einem Land ohne Hoffnung

Der Gazastreifen ist 42 Kilometer lang und an seiner weitesten Stelle zwölf, an seiner schmalsten fünf Kilometer breit. Auf dieser Fläche von 350 Quadratkilometern leben über 1,5 Millionen Menschen. Bis 2020 könnten es drei Millionen sein. Drei Millionen Menschen, „die über keinerlei Ressourcen verfügen, die zunehmend schlecht ausgebildet sind und durch die Abriegelung Gazas den Kontakt zur Außenwelt verloren haben“. Schon heute. Denn Gaza, so schreibt die deutsche Journalistin und Nahostexpertin Bettina Marx in ihrem neuen Buch, „ist ein Gefängnis, in dem die Insassen sich selbst überlassen sind, in dem die Gefängniswärter nicht eingreifen, in dem die stärkeren Häftlinge die schwächeren terrorisieren. Die einzige Steuerung von außen geschieht über regelmäßige Militärinvasionen, gezielte Tötungen und die Drosselung oder Freigabe


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