Zeit am Schirm

TV-Kolumne

Medien | aus FALTER 38/09 vom 16.09.2009

Wenigstens am Ende der ORF-Sommergespräche wurde es doch noch politisch. Die Kanzlersprecherin Angelika Feigl orderte in einem – an sich – vertraulichen Schreiben an den ORF eine überdachte und würdige Inszenierung für ihren Chef, nachdem sie voller Entsetzen bemerkt hatte, dass die Interviews der anderen Parteispitzen auf Bühnen zwischen Regen, Wind und Glockengeläute stattgefunden hatten („Am See quaken gerne Enten, nicht einmal das möchte ich!“). Und siehe da: Werner Faymann saß sicher im Bregenzer Festspielhaus, mit Blick auf die Seebühne. Intervention im unabhängigen ORF! empört sich jetzt Faymanns Konkurrenz. Aber auch wenn Feigls Ton etwas dreist war, in der Sache hat sie recht. Selten zuvor ist eine Sommerinterviewserie derart seicht und unprofessionell abgewickelt worden. Für nächstes Jahr hätte ich da eine schöne Idee für die ORF-Menschen: Setzt die Politiker zu ihren Schönbrunner Patentieren in den Käfig. Werner Faymann im Gespräch mit seinem Kugelgürteltier Gordy – that’s entertainment. Julia Ortner


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