„Das weiße Band“: Schlagt die Kinder, seid höflich und hasst euch selbst

Feuilleton | Michael Omasta | aus FALTER 38/09 vom 16.09.2009

::Ein alter Mann, der einmal Lehrer war und jung, erinnert sich. Er legt Bericht ab von Ereignissen, die sich 1913/14 in einem norddeutschen Dorf zugetragen haben. Nicht dass er wirklich alles selbst erlebt hätte. Manches weiß auch er bloß vom Hörensagen, manch anderes mag er längst vergessen haben.

Eines schönen Morgens stürzt der Gemeindearzt beim Ausritt vom Pferd; das Tier muss erschossen, der Verunglückte etliche Wochen lang im Krankenhaus der nächsten Stadt kuriert werden. Wie die Untersuchung ergibt, hat ein von unbekannter Hand aufgespannter Draht den Doktor vor dessen Haus zu Fall gebracht.

Damit beginnt die Erzählung des Lehrers, beginnt Michael Haneke seinen Film. „Das weiße Band“ trägt den Untertitel „Eine deutsche Kindergeschichte“, und die Kinder im Ort sind von Beginn an präsent. Als die Hebamme und heimliche Geliebte des Arztes die Straße hinunterläuft, um Hilfe für den Verunglückten zu holen, kommt ihr Clara mit ein paar Schulfreundinnen in den Weg.


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