Die Kunst des Möglichen

Die 66. Filmfestspiele Venedig präsentierten sich auf der Höhe der Krisenzeit

Feuilleton | Festivalbericht: Joachim Schätz | aus FALTER 38/09 vom 16.09.2009

Ein Festival von der Größe der Filmfestspiele in Venedig kann sich in der Programmierung seines Wettbewerbs vieles leisten. Kompromisslosigkeit gehört nicht dazu. Vor den unumgänglichen Arrangements mit der nationalen Filmindustrie, den internationalen sales agents und der massenmedialen Aufmerksamkeitsökonomie kann man entweder kapitulieren, oder man kann die Spielräume nutzen, um der Hysteriemaschine Filmfestival eine eigenständige Kontur, womöglich sogar eine Position zum Kino abzutrotzen.

Diese Kunst des Möglichen beherrscht Marco Müller, seit 2004 Direktor der Filmfestspiele von Venedig, derzeit wie kein Zweiter: Zu den pompösen Kinoweihespielen von Cannes und dem orientierungslosen Laufbildbasar in Berlin positioniert sich die zehntägige Kino-Mostra am Lido als gewitzter, wendiger kleiner Bruder. Dass es hier im Gegensatz zu den beiden anderen europäischen Großfestivals keinen Filmmarkt gibt, macht den Status von Venedig als filmwirtschaftlich relevante Größe prekär,


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