Verarmen, jetzt!

Der Überlebenskünstler Götz Bury bäckt ballaststoffreiches Sägemehlgebäck

Stadtleben | Gerichtsbericht: Nina Kaltenbrunner | aus FALTER 38/09 vom 16.09.2009

In letzter Zeit erhalten gewisse, zugegebenermaßen gesellschaftlich approbierte Bekannte von mir Gutscheine von Top-restaurants zugesteckt und zugeschickt. Nach den multiplen Börsenhavarien in globalem Maßstab tut sich die ehemalige höhere Stammkundschaft offensichtlich schwer, irgendwelche Treue zu halten. Das nennt man dann „Skalierung“. So wie es ein Upgrading gibt, gibt es halt auch den Sprung nach unten. Downgrading ist Hype, Beisl und Hofer haben Hochkonjunktur.

Längst bevor die Ressourcen knapp wurden, hat Götz Bury die Knappheit der Ressourcen zu seinem Thema gemacht. Wir kennen das aus der Pfadfinderzeit: Wie mache ich Feuer ohne Feuer? Wie gelingt die exquisite Zubereitung eines Stammersdorfer Regenwaldwurms? Das ist gelebtes Prekariat. Ausnahmezustände dieser Art verlangen nach einem Survival-Kit. Es geht dann auch ohne Chili, Zitronengras oder irgendwelche Infusionspartien. Götz Bury ist der Prototyp des Downgraders.

In seinen als Kochshows getarnten Überlebenstrainingseminaren


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