Kritik

Der Raum und seine unsichtbaren Kräfte

Lexikon | Manisha Jothady | aus FALTER 39/09 vom 23.09.2009

Auf den ersten Blick: gähnende Leere. Als wäre die Ausstellung eben erst abgebaut, die Kunstwerke abtransportiert und der Raum frisch ausgemalt worden. Nur zwei an die Wand applizierte mit einem Ornament versehene Diagramme sind auszumachen – Schaltpläne für Maschinen einer russischen Schokoladenfabrik erfährt man später. Wie die teils abgetragenen Oberlichten, welche die Stahlverstrebungen der Dachkonstruktion freilegen, wirken auch sie mehr zufällig als bewusst initiiert. Der Hauptraum der Secession – eine leerstehende Industriehalle, ein ausgeräumtes Kühlhaus? Die Besucher der Ausstellung „Le Vide“ (die Leere), die Yves Klein 1958 in einer Pariser Galerie ausgerichtet hat, muss ein ähnliches Gefühl der Ratlosigkeit überkommen sein. Die Aura des White Cube wollte der Künstler damals einfangen und so das Publikum für das Immaterielle sensibilisieren.

In eine ähnliche Kerbe scheint die 1979 in Rom geborene Micol Assaël hier zu schlagen. Die Leere, die sie beim Betreten


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